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Kunststücke No. 3

  • lh0588
  • vor 3 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit



E I N E S R Ü C K B L I C K E S S T A T T . . .


Zwischen den Jahren ist eine eigenartige Zeit.


Das Alte ist nicht ganz verabschiedet, das Neue noch nicht greifbar. Man sortiert Gedanken und schaut vielleicht etwas genauer als sonst auf das, was bleibt.


In diesem Moment begegnet uns ein Werk, das genau davon erzählt: „Pyramid“ von Keith Haring.

Es ist eine seltene Siebdruckedition auf eloxiertem Aluminium, das dem Werk eine besondere Lichtwirkung verleiht. Je nach Blickwinkel changiert die Oberfläche.


Formal ist die Komposition streng gefasst. Die geometrische Form begrenzt das Bildfeld. Doch Moment. Es lohnt sich, näher hinzuschauen. Denn innerhalb dieser Struktur entfaltet sich ein dichtes Gefüge aus Figuren und Zeichen. In goldenem Gelb und Türkis tanzen Harings energetischen Hieroglyphen über die Fläche. Alles scheint in Bewegung. Und doch geordnet.


Was sich zeigt, ist ein beinahe kosmologisches Puzzle. An der Spitze des Dreiecks thront eine übergeordnete Gestalt, die an Darstellungen von Gottheiten in altägyptischen Pharaonengräbern erinnert. Darunter ordnen sich menschliche Figuren ein. Manche kniend, andere sich zuwendend. Vielleicht verehrend? Das Narrativ entzieht sich bewusst der Eindeutigkeit.



Entstanden ist Pyramid im Jahre 1989, einem Jahr vor Harings Tod. Vielleicht erklärt gerade das die Konzentration dieses Werkes. Die ikonische Bildsprache, die ihn weltweit bekannt machte, ist hier auf das Wesentliche verdichtet. In den einzelnen Segmenten der Pyramide begegnen uns viele von Harings wiederkehrenden Figuren: das tanzende Baby, der bellende Hund, Umrisse von Delfinen und Vögeln. Motive, die aus seinem Werk vertraut sind und hier in ein geschlossenes System eingebettet erscheinen. Die Pyramide selbst ist dabei ein zentrales Motiv in Harings Œuvre. Sie verweist zugleich auf pharaonische Grabarchitektur, auf spirituelle und kosmische Vorstellungen sowie auf die klaren Formen der Graffiti-Kunst, aus der Harings Bildsprache hervorging.


Neben der regulären Auflage von 30 Exemplaren existieren neben der Vorliegenden nur fünf Weitere für den Künstler selbst und den Drucker.

Umso schöner, dass wir Ihnen eines dieser Seltenheiten anbieten dürfen. Ein Werk von besonderer Geschlossenheit, das sich nicht auf den ersten Blick erschöpft, sondern Zeit verlangt – und genau darin zum Jahreswechsel eine besondere Stärke entfaltet.

Was bleibt mir nun noch zu sagen? Wir haben einen Ort, der diese Zeit gewährt. Wagen Sie einen Blick in die Galerie. Wir sind auch zwischen den Tagen für Sie da.


Folgen Sie Keith Harings Figuren – tanzen Sie ruhig wild, doch verlieren Sie dabei die innere Ordnung nicht aus dem Blick. Ihre Gastgeber werden’s Ihnen danken.


Ich freue mich auf Sie, (aller-)spätestens im nächsten Jahr.


Ihre

Laura Harlaß



KEITH HARING

PYRAMID

1989

Farbsiebdruck/eloxiertes Aluminium. 103 x 145 cm. Im Acrylglas-Objektkasten.

Verso gravierte Signatur und Datum K. Haring 89, nummeriert A.P. 3/6 und bezeichnet 'Editions Schellmann Munich New York'.


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